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self-fulfilling prophecy: warten auf die Behörden und ein gefährliches Spiel mit meinem Blutdruck #missionbusiness

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Jetzt haben wir es fast durch. Genau ein Monat vor der Gründung warte ich auf UID-Nummer, Firmenbuchnummer und die Bearbeitung meiner Gewerbeanmeldung. Traditionellerweise tat ich mir wieder ein bissl schwer mit der Beamtenzunft. Nichts was man mit Willen und Hartnäckigkeit nicht aus dem Weg räumen könnte.

Den vereitelten ersten Anlauf bezüglich Gewerbeanmeldung, habe ich ja bereits schriftlich verarbeitet.

Take-away: Gewerbeanmeldungen für reglementierte aber auf Spezialgebiete eingeschränkte Gewerbe können bei der Wirtschaftskammer nicht eingereicht werden, denen fehlt das Feld in der Software (!sic). Wir gehen also direkt zur BH.

Freitag 7:30 – Bombenstimmung in der BH

So trug es sich letzten Freitag also zu, dass ich mit meiner Gewerbeanmeldung bei der BH Linz-Land aufgeschlagen bin. Nachdem die Zuständige gefunden war, die jetzt nicht durch sonderliches Engagement aufgefallen ist, aber zumindest ihren Job erledigt hatte, gab es eigentlich gar nicht so viel zu diskutieren. Lediglich eine kurze Begriffsklärung zum Wortexoten „E-Commerce“ (… „das habe ich ja noch nie gehört!“) war notwendig, um die Beamtin dazu bewegen meine Unterlagen zu kopieren. Warum eine Einreichung auf elektronischem Weg nicht möglich ist, konnte mir die dem Wochenende entgegenfiebernde Beamtin auch nicht erklären, wird ihr auch wurscht sein mutmaße ich. „Wenn’s nix mehr von uns hören, passt alles. Sie kriegen ihren Gewerbeschein frühestens mit 01.08.“. Mission accomplished! Hürde gepackt. Eine informelle Frage zum Ordnungskennzeichen für die Firmenbucheintragung wollte mir die Dame nicht mehr beantworten. Aber hey, zumindest hat sie Kopien gezogen und einen Stempel gesetzt. Mehr kann ich nicht erwarten.

 

Gericht – Notar – Gericht – Notar – Gericht

Der Besuch am Landesgericht sollte sich schon eher als Nervenprobe herausstellen. Die Sicherheitskontrolle hinter mich gebracht, fehlorientieren mich zwei Gerichtsbedienstete auf der Suche nach der richtigen Stelle für die Firmenbucheintragung. Das Servicecenter stellt sich schlussendlich als richtige erste Anlaufstelle heraus um meine Unterschrift für die Firmenbucheintragung beglaubigen zu lassen. „Prinzipiell sind’s richtig bei uns, aber unsere EDV geht heute nicht. Kann 5 Minuten dauern oder 5 Stunden.“, grinst mir die Servicelady entgegen. Ok, dann halt gleich zum Firmenbuchgericht, sollen die meine Einreichungen zumindest mal durchschauen, damit ich Fehler ausschließen kann. Soweit alles OK. Lediglich das Datum der Gründung mit 01.08. würde eine Bearbeitung erst ab 01.08. ermöglichen. Wir streichen den Absatz, damit geht die Eintragung auch jetzt schon.

Take away: eine Vorabeintragung eines Einzelunternehmens beim Firmenbuchgericht ist möglich, allerdings darf das Gründungsdatum nicht in der Zukunft liegen, das weglassen des Datums ist aber möglich

Wieder runter ins Erdgeschoss in der Hoffnung, dass die EDV wieder funktioniert. Denkste! Noch bevor ich etwas sagen kann freut sich die Service[hier beliebige Bezeichnung einsetzen] mit Wurstsemmerlgrinsen im Gesicht: „Geht nu imma nix!“. Den Mittelfinger strecke ich ihr zum Glück nur geistig entgegen. Smartphone raus, Notare im Umkreis um den aktuellen Standort suchen. Gleich der erste Treffer in 300 Meter Entfernung kann mir kurzfristig meine Unterschrift beglaubigen. Also rüber, Unterschrift beglaubigen lassen, wieder retour zum Gericht, Sicherheitskontrolle, ab zum Firmenbuchgericht. Alles wird gut! Neufög-Formular übergeben, beglaubigte Unterschrift und Antrag auf die Firmenbucheintragung übergeben. Mitleidig schaut mich die Sachbearbeiterin an, die Hiobsbotschaft: „Auch der Antrag auf Firmenbucheintragung gehört beglaubigt.“. Leiwand! Warum mir das weder ÖSB, Notar noch Gericht vorher sagen können? Man weiß es nicht.

Take away: Firmenbucheintragungen brauchen zwei notarielle Beglaubigungen, die Beglaubigung der Unterschrift und des Antrags auf Eintragung ins Firmenbuchgericht

 

Eine Pulsfrequenz im nicht mehr messbaren Bereich

Also wieder beim Notar angerufen, auch für Beglaubigung #2 ist kurzfristig Zeit. Durch die mittlerweile, von der Sommersonne gut aufgeheizte Linzer Innenstadt zum Notar. Offenbar mache ich mittlerweile einen mitleidserregenden Eindruck, man versorgt mich mit Wasser und einem Platz in der Nähe der Klimaanlage. Auf meine Bemerkung: „Es ist nicht einfach in Österreich ein Unternehmen zu gründen.“, lächelt mich die Juristin nur wissend an. Habemus Beglaubigung! Wieder zurück beim Gericht. Sicherheitskontrolle, mal wieder. In einem Anfall von Kreativität rutscht dem Sicherheitsbeamten – wir kennen uns mittlerweile – ein Brüller raus: „Na, isses heiß draußen?“. Der nächste geistige Mittelfingerkandidat. Ich belasse es bei einem: „Ihr schickt mich ja auch genug herum.“. Wieder rauf in Stock fünf zum Firmenbuchgericht, kurze Durchsicht der mittlerweile wohlbekannten Akten. „Alles da. Sie bekommen einen Bescheid von uns.“

Seither warte ich. Offen sind UID-Nummer (seit zwei Wochen), Firmenbuchnummer (seit einer Woche), Gewerbeschein (wird hoffentlich per 01.08. zugestellt). Damit sollten fast alle Hürden genommen sein, es fehlen noch die Formulare von der SVA, die kommen angeblich automatisch mit der Post.

#missonbusiness



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